Selbstmord


Wenn man sich ummbringt, warum andere Leute reinreißen? Es gibt genug, die unter einem Selbstmord leiden. Zum Beispiel die Familie, die Freunde und Bekannte. Und natürlich die, die es wegmachen müssen. Aber sich vor eine Bahn zu werfen ist wirklich das letzte! Stundenlanges aussetzen von Zügen. Feststecken in Zügen. Menschen die einfach nur nach Hause wollen, nach einem 14 Stunden -Arbeitstag. Oder Menschen die zur Arbeit müssen und an ihrem Job hängen. Und es ist absolut ekelhaft Einzelteile zusammenzusuchen. Und es ist noch ekelhafter beim watscheln über die Gleise zum nächsten Bahnhof über Blut und Hautfetzen zu laufen. Auch das überfahren selbst, wenn man direkt im ersten Wagon sitzt hat etwas gruseliges. Es macht rums und ist spürbar (etwa wie das fahren mit Fahrrad über eine Bordsteinkante). Der Arme S-Bahnfahrer. Ich meine… was soll das :(

Heute war mal wieder einer dieser Tage.
Meine Oma hat gekocht und erwartete mich und meine Tochter zum Abendbrot. Ich hatte die letzten 24 Stunden, 14 Stunden gearbeitet… da wollte ich nicht 2 Stunden irgendwo festhocken mit genervten Menschen. Ein Gedanke manifestierte sich: „Ich könnte töten!“ Aber er/sie war ja schon tot.

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Genauso Selbstmordattentäter… so ne Wichser!! Bringen sich um und reißen Menschen in den Tot, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Vielleicht eine Frau, die jahrelang versucht hat Schwanger zu werden, die gerade mit der freudigen Botschaft vom Arzt kommt. Hat den Mann natürlich schon angerufen. Der freut sich und will seiner Frau um den Hals fallen – und nicht um den Grabstein. Dder einen jungen Kerl. Gerade heute sein Abitur bestanden, er will das Leben beginnen… hier und jetzt und nicht in einer anderen Dimension -.-* Wieso können manche das Leben nicht schätzen?

Also, was lernen wir? Wer unbedingt vorzeitig aus dem Leben aussteigen möchte, macht das besser alleine Zuhause und trifft sämtlich Vorkehrungen um wenigstens das, so angenehm wie möglich zu gestalten.

Und bevor mich jetzt alle hassen: In diesem Text steckt ein Hauch von meiner dunklen Seite. Quasi, das kleine Teufelchen. Und wer denkt, ihm wachsen Blümchen aus dem Arsch, darf ruhig selbst mal in seinen eigenem Kopf lauschen… ich spreche es nur aus. Bzw. ich schreibe es nieder. Einmal und nie wieder.

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Über Amy

Junge Mutter, bloggt seit 1999 ihre Gedanken und Gefühle. Starke Verbindung zu Lesern & Zuschauern ist ihr wichtig. Authentisch auf allen Ebenen. Video SEO Experte. Siehe Referenzen. Zeige alle Beiträge von Amy

25 responses to “Selbstmord

  • Schlumpf

    Selbstmord, ein gutes Thema. Mhm … x:

  • Dawn

    damit hast du vollkommen recht… es klingt zwar böse, aber wenn sich diese menschen schon keine hilfe suchen wollen, dann sollen sie auch keinem anderen schaden.

  • Anja Kerstin

    klasse! mir fällt nichts mehr dazu ein! es ist interessant wie du deine themen aus dem alltag ziehst und deinen stil verleihst :)

  • supertini

    du hast recht.
    ich saß selbst vor ca einem jahr in solch einem zug..natürlich im ersten wagon. der zugfahrer schrie schon ein paar meter vorher laut ’scheiße‘ aber zum bremsen natürlich zu spät. den typ hats zweigeteilt..nich grad schön. und warten mussten wir auch ewig. ein alter mann hinter mir hat sogar bisschen geweint bzw vor sich hingemurmelt ‚das kann nicht wahr sein‘ krass!
    und dann war das auch noch zwischen 6 n 7 uhr früh, mitten in der pampa, hatte schon ne gruselige atmosphäre..

  • Kerstin

    „aber wenn sich diese menschen schon keine hilfe suchen wollen, dann sollen sie auch keinem anderen schaden.“ – schalt gefälligst dein mikriges hirn ein bevor du nochmal so ne scheiße von dir gibst!

  • lillylifeless

    Ist finds mal wieder interessant zu lesen, was du so denkst und stimme dir in fast allen Punkten zu.
    Sich vor den Zug zu werfen, ist scheiße. Schon allein wegen denen, die es wegmachen müssen und für den Zugfahrer.
    Allerdings finde ich ein bisschen im Zug feststecken im Vergleich dazu, dass sich da gerade jemand das Leben genommen hat, nicht besonders tragisch, sorry.

  • Frances

    Schon ziemlich heftig….
    Vor allem finde ich die Sache mit den Selbstmordattentätern furchtbar, wenn ich daran denke, wie viele unschuldige Soldaten, die sich einfach nur freuen, wieder ihre Familie in den Arm zu nehmen, in den Tod gerissen werden…. Ich erinnere nur mal an die Geschichte mit dem Bus, der gerade auf dem Weg zum Flughafen wegen der Reise nach Hause war….

  • Jane

    Menschen, die sich zu so einem Schritt entschließen, sind oft nicht mehr so objektiv, als dass sie daran denken könnten, dass andere Leute nach einem 14 stündigen Tag nach Hause wollen (und ehrlich gesagt finde ich, dass dieses Problem auch lachhaft wirkt im direkten Vergleich). Ihr eigenes Unglück ist so groß, dass es alles überschattet. Oft sind die Menschen auch depressiv und gar nicht imstande zu solchem rücksichtsvollen Denken.

    Natürlich ist es legitim, Zugspringen zu verurteilen (gerade der arme Schaffner hat den Schock fürs Leben weg), oft ist das, was dahinter steckt, aber komplizierter und vielschichtiger als man denkt.

  • Kalli

    Das Thema Selbstmord mach mich immer völlig fertig. Ich weiß auch nicht genau wieso.
    Natürlich hast du Recht mit dem was du schreibst. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Leuten kann ich irgendwie keinen Hass oder Abscheu für diese Menschen empfinden (für Attentäter allerdings schon). Mich macht so was einfach nur traurig.

  • fraudehnertsallerlei

    Ein zwar zynischer, aber guter Text zu einem unschönen Thema. Du sprichst mir aus der Seele, auch ich war schon mal in der Situation, wo ich mich wirklich über einen Bahn-Selbstmörder geärgert habe, so leid mir seine Familie auch tat.
    Rein vom Stil her gefällt mir dein Text übrigens über alle Maßen. Du verstehst es, in aller Einfachheit wirklich Emotionen zu erzeugen.
    *Like* :)
    Liebe Grüße!

  • Jelka

    Ich war morgensfrüh schon mal unterwegs mit dem Zug und da hat der Zug plötzlich 2 Stunden warten müssen weil einer Selbstmord verübt hatte im nächsten Bahnhof. Erst hatte ich einen Witz drüber gemacht und war ich böse, ich hatte ein wichtiges Seminar verpasst. Und dann fuhr der Zug weiter, auf einmal wieder ganz langsam. Gegenüber mir saß ein blindes Mädchen, mit der hatte ich mich die ganze Zeit unterhalten und sie fragte mich warum wir so langsam fahren. Ich schaute aus dem Fenster und sagte ihr, da steht Polizei und so, und dann sah ich es. Ein Mann lief auf dem Gleis und hielt einen großen Ziplockbag hoch, stückchen Mensch war drin. Und überall auf dem Gleis lagen Stücke Mensch.
    Das ist ja eine Art von Mord in dem der Schaffner unfreiwillig beteiligt ist.

  • kingkenny7

    Wer einen Suizid begeht, handelt zumindest auf den ersten Blick alles andere als rational. Er oder sie leidet entweder unter schweren Depressionen, ist körperlich schwer krank oder sieht aus anderen Gründen keinen Ausweg mehr. Ich glaube einfach, dass niemand, der halbwegs gesund ist, so etwas nachvollziehen kann.

    Wenn man das anerkennt, kann man auch zu dem Schluss kommen, dass man von Menschen in dieser Situation auch nicht erwarten kann, dass sie rational über die Art ihres Ablebens entscheiden und eine wählen, die möglichst wenige unbeteiligte Personen involviert.

    Ich glaube der „Reiz“, sich auf die Schienen zu stellen/legen, könnte auch einen anderen Grund haben. Bei anderen Formen des Suizids führt man diesen in der Regel aktiv herbei. Also zum Beispiel durch die Einnahme von Tabletten oder die Kugel, die man sich in den Kopf jagt. Hier muss man sich zwar auch aktiv auf die Schienen begeben, aber im entscheidenden Moment muss man nichts machen, außer an der „richtigen“ Stelle zu sein.

    Mit religiös oder anderweitig verblendeten Selbstmordattentätern sieht es natürlich ganz anders aus.

  • Hackentrick

    Selbstmorde vor Zügen scheinen häufiger vorzukommen, als wir es uns vorstellen. Darunter fällt alles, was dann unter „unvorhergesehene Störung auf den Gleisen“ kommuniziert wird.

    Die Lokführer tun mir leid. Nochmehr denke ich an Angehörige von Selbstmördern. Wahrscheinlich leben sie lange, lange Zeit mit Selbstzweifeln und unbeantworteten Fragen.

    Ich frage mich gerade, ob Selbstmord nicht doch ein so mutiger Schritt ist, dass eigentlich genügend Kraft vorhanden wäre, um das Leben wieder in Angriff zu nehmen… Ein Selbstmord kann ja durchaus Schmerzen bereiten. Und man weiss ja nicht, was darauf folgt (schmort man dann vielleicht doch unter ewigen Qualen in der Hölle?). Also bedarf es doch Mut für eine solche Tat, oder (ja, ich weiss: fehlende Ratio, etc…)?

    [PS: Ok, Selbstmordattentäter wissen, dass die Jungfrauen im Paradies auf sie warten… PPS: Was erwartet eigentlich Selbstmordattentäterinnen?]

    Will damit keine grosse Diskussion lostreten. War nur gerade so ein spontaner Gedanke von mir :-)

  • avenclave

    Da ich einen Freund hatte, der sich selbst umgebracht hat, still und heimlich, ohne dass, bis auf einen letzten Anruf bei seinem Vater, jemand was davon wusste, weiß ich, wie schmerzhaft die Seite ist, wenn man schon soetwas zu tragen hat und damit klarkommen muss. Reißt jemand noch andere mit in den Tod oder sorgt dafür, dass andere dafür verantwortlich sind oder deshalb in irgendner Weise vor etwas verhindert werden, ist dies unzumutbar. Wenn man unbedingt sterben will, dann doch bitte noch in Würde und alleine, ohne andere groß davon betroffen zu machen.

  • Bob

    Hei erst mal.. Bin selbst betroffener,,Nein ich lebe noch““ Aber mein Grossvater hat sich Sylvester 1977 am Feld…… Bhf aufs Gleis gelegt. Für mein Onkel war das echt Mies..Der muste die Leiche Identifizieren(was noch übrig war), Also sein eigener Sohn, da die Grossmutter nicht in der Lage war. Auch der Schock in der Früh,,als der Polizeibeamte in den Morgenstunden an der Haustür klingelt,,und dir die Angelegenheit versucht zu Erklären, und dir dabei die verbogene Uhr vom Opa seinem Handgelenk zeigt.
    Dann der geschädigte Lokführer,,der das Scheppern an seinem Wagen hörte, und wahrscheinlich lang Psychisch darunter Litt. Auch ich denke heute noch viel drüber nach.“Ob wir was falsch gemacht haben“ Wer oder was ,war der Auslöser,, Ist der Alc konsum Schuld, oder meine Bosshaftigkeit als Kind,, oder war die Oma der Auslöser. Vor allem hat er es angekündigt am Vortag. Es hat ihm aber keiner geglaubt..Denn er war meist angetrunken wenn er damit gedroht hat. „Er würde sich umbringen wegen dem Stress in der Arbeit, und dann seine ewigen Magen-Schmerzen, und das ich ihm aufn Sack geh.“ Das sind so Hirnficks die mir oft im Kopf umherspinnen . Sylvester Feiern ist für mich bis heute noch kein Genuß. (Sei ,,denn voll Zuahh auf
    opiat.) .Deshalb kann ich gut,, auf den „“Guten Rutsch““ verzichten.

    Aus diesen Gründen, bin ich sehr für Sterbehilfe,,daß in der Schweiz(Dignitas) oder in Holland Praktiziert wird.. Denn was soll ein Mensch machen, wenn er unheilbar Krank ist, und jeden Tag schmerzen hat. Ehh schon verzweifelt ist. Dann kommt noch die Angst auf einem zu, was Klinisch operativ gemacht werden sollte und muss.
    Warum hilft man ihnen nicht. Ausser mit täglichem Morphium und anderen Folterungen im Krankenhaus. Denn wenn es meine Entscheidung ist, das Licht(Leben) selber Schmerzfrei auszukniepsen,, dann ist das nix verwerfliches .Jedes Haustier darf würdevoller Sterben als der Mensch, wenn es unheilbar Krank ist…Nein,,unsere Politik verweigert die Sterbehilfe. Und da muss dringend in unserem Gesundheits System nachgebessert werden. Das ,daß Ableben Menschenwürdig macht.. Also daheim im Bett oder Sterbehilfe Einrichtung. Und dabei nicht die ganze Umwelt in Mitleidenschaft gezogen wird. ,,Sorry ,,aber das muste ich mir von der Seele schreiben..Da hab ich noch bis heute nen wunden Punkt..Liebe Grüße..Bob..

  • Lili

    Da rege ich mich auch ständig auf. Oder noch schlimmer, als sich vor den Zug zu werfen: Von Autobahnbrücken springen. Denn da ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Familie, auf deren Auto man fällt, ebenfalls mit in den Tod gerissen wird, ziemlich hoch. Dass Allerletzte.

  • Raine

    Wenn jemand ernsthaft den Entschluss fast, sich das Leben zu nehmen, dann wird die Person vermutlich kaum interessieren, wer alles durch seinen Sprung vor den Zug zu spät zum Abendessen kommt. Aber ich verstehe die Intention deines Textes. Selbstmord ist nur leider eine zu egoistische Handlung, als das man von den Personen Verständnis bzw. Rücksicht für den Seelenzustand z.B. des Bahnfahrers erwarten kann.

  • Caro

    Wow! So habe ich noch nie über die Sache nachgedacht.
    Man sieht immer nur diesen einen Menschen, der scheinbar ziemliche Probleme hatte und keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat.
    Über Menschen, die mit in die Sache „hineingezogen“ werden habe ich mir nie wirklich einen Kopf gemacht.

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